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KOLUMBIEN: NEUER OBERBEFEHLSHABER DER NATIONALEN ARMEE
General Oscar Peña González ging durch Antioquia ohne Achtung der Menschenrechte
Medellín, 15.11.2008 (IPC)

Menschenrechts-NGO’s in Antioquia verfügen über zahlreiche Daten zu außergerichtlichen Exekutionen zwischen Dezember 2003 und Oktober 2006, jenem Zeitraum, in dem General Oscar Peña González, neuer Oberbefehlshaber der Nationalen Armee, Kommandant der IV. Brigade und der Siebenten Division war, beides militärische Garnisonen mit Sitz in Medellín.

Peña González war vom 15. Dezember 2003 bis zum 16. Juli 2005 Kommandant der IV. Brigade, danach vom 16. August 2005 bis zum 17. Oktober 2006 Erster Kommandant der Siebenten Division. In beiden Zeiträumen sind Dutzende von außergerichtlichen Exekutionen angezeigt und dokumentiert worden, deren Schwere in dieser militärischen Garnison ein solches Ausmaß angenommen hatte, dass militärische Quellen, die in Nichtregierungsberichten zu diesem grässlichen Verbrechen zitiert wurden, berichteten, dass „es wahrscheinlich ist, dass nicht alle Verluste der IV. Brigade Menschen mit der Waffe in der Hand waren“.

Die Situation gestaltete sich so komplex, dass das Büro des Hochkommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte in seinem Bericht 2004 seine Sorge über die wachsende Anzahl außergerichtlicher Exekutionen zum Ausdruck brachte und sich dabei auf die IV. Brigade der Armee bezog, die in jener Zeit unter dem Kommando von Peña González stand, wie die Militärgarnison, wo die Anzeigen gegen einige seiner Mitglieder zunahmen, die für diese zivilen Tode verantwortlich scheinen.

Laut Nichtregierungsberichten wurden die meisten dieser Tatsachen im östlichen Teil von Antioquia angezeigt, wo sich Truppen der Gruppe der Kavallerie (Caballería Mecanizado) Nr. 4 Juan del Corral; vom Artilleriebataillon Nr. 4 Jorge Eduardo Sánchez; vom Bataillon der Contraguerrilla Nr. 4 Granaderos; und vom Bataillon des Energie- und Wegespezialplans Nr. 4 BG. Jaime Polaina Puyo befinden, die alle der IV. Brigade der Nationalen Armee zugeschrieben werden.

Die Beobachter für Menschenrechte der Koordination Kolumbien Europa Vereinigte Staaten, die im ganzen Land außergerichtliche Exekutionen zwischen August 2002 und Juli 2006 analisiert haben, weisen darauf hin, dass Antioquia mit 183 Opfern eines der am meisten von außergerichtlichen Exekutionen durch die Öffentliche Kraft betroffenen Departments ist.

Dieses Beobachtergremium, bestehend aus etwa 199 Nichtregierungsorganisationen, erhielt Anzeigen von 74 Fällen und 110 Opfern außergerichtlicher Exekutionen im östlichen Teil von Antioquia, die zwischen August 2002 und Juni 2006 von Mitgliedern der IV. Brigade der Nationalen Armee in Ausübung von Operationen wie Marcial Norte im Jahre 2003, Espartaco im Jahre 2004; Ejemplar 2005 und Falange I im Jahre 2006 verübt wurden. Solche Anzeigen umfassen den größten Teil der Gemeinden des östlichen Antioquia, wenngleich sie am häufigsten in den Gemeinden Cocorná, Granada und San Luis auftreten. Ein lokaler Bericht über die Menschenrechte beschrieb, dass während der Operation „Spartakus“ des Artilleriebataillons Nr. 4 mindestens 22 Personen außergerichtlich hingerichtet wurden.

Unter den 110 Opfern, über die durch das Beobachtergremium berichtet wurde, waren 98 Männer und 12 Frauen, darunter eine Schwangere; 12 der Opfer waren Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren; 3 Personen hatten physische oder mentale Behinderungen. Die Mehrheit der Opfer waren Landarbeiter, die auf ihren Fincas oder auf der der Nachbarn tätig waren.

Seinerseits verfolgt die Juristische Stiftung Libertad gerichtlich 38 Fälle von außergerichtlichen Exekutionen im Osten von Antioquia aus den Jahren 2002 bis 2006, die sowohl die Zivilbevölkerung lt. den Militärberichten betraf wie auch Guerilleros, die im Kampf fielen. Außerdem wurden 195 Fälle außergerichtlicher Exekutionen aus den Jahren 2004 und 2005 registriert, von denen 98 im Osten von Antioquia und weitere 46 im Valle de Aburrá angezeigt wurden.

In einem Bericht über die Situation der Menschenrechte und des internationalen humanitären Rechts über Vorkommnisse aus dem Jahre 2005 im Osten von Antioquia wird gesagt, dass auch Daten von Gemeindevertretern und NGO’s, die in dieser Unter-Region des Departments agieren, aufgeführt werden, und dass in jenem Jahr mindestens 25 Beschwerden über außergerichtliche Exekutionen sowie Aktionen der „sozialen Säuberung“ dokumentiert sind, die dem Handeln oder der Unterlassung von Mitgliedern der öffentlichen Kräfte zuzuschreiben sind, wobei in mehreren Fällen kriminelle Szenen vorgetäuscht wurden, um den Eindruck von Kampfhandlungen zu erwecken.

Alles wurde geleugnet

Trotz der Beweise, die zum wiederholten Male über die außergerichtlichen Exekutionen im Osten von Antioquia vorgelegt wurde, hat die Nationalregierung das eine um das andere Mal ihre Wahrhaftigkeit missachtet.

In Cocorná als einer der am meisten von diesen Verbrechen betroffenen Gemeinden sagte Präsident Álvaro Uribe Vélez am 24. Oktober 2007, “da sie in zivil und in kleinen Gruppen auftreten, wird es jedes Mal, wenn jemand umgebracht wird, auf die Streitkräften geschoben, um zu sagen, dass es eine mörderische staatliche militärische Kraft ist, die, statt sie außer Gefecht zu setzen außerhalb des Kampffeldes töten”.

Bei dieser Gelegenheit warnte der nationale Oberbefehlshaber davor, alle Fälle außergerichtlicher Exekutionen so rigoros darzustellen, „um den Richtern, der nationalen Justiz und den internationalen Kritikern zu zeigen, wie diese Banditen jetzt in Zivil rumlaufen in einer „Pistolenoperation“ und wenn sie jemanden verlieren, dann kommen ihre Kumpanen und behaupten, sie wären außerhalb des Kampfes gefallen. Wir werden den Fall entsprechend aufklären und alle Beweise zusammentragen, um unsere Soldaten und Polizisten zu verteidigen“.

Diese Bewertung wurde begleitet von Erklärungen des ehemaligen Befehlshabers der Armee, den heutigen Ex-General Mario Montoya Uribe, der am 11. Juli 2006 in einer von “El Tiempo” veröffentlichten Erklärung klarstellt, dass diese Häufung von Irregularitäten im Ergebnis der Operationen nichts mit dem Druck auf die Untergebenen zu tun hatte.

“Wenn das die allgemeine Situation wäre, könnte man denken, dass die Tatsache Ergebnisse zu erbeten, uns dazu geführt hätte. Aber die UNO und weitere Organisationen sagen, dass es in diesem Jahr 24 Fälle sind und im vergangenen Jahr waren es 40 Personen, die als irregulär im Krieg Gefallene benannt werden. Ich kenne die Personenzahl nicht. Es gibt 29 Untersuchungen und davon befinden sich 5 in den Händen der allgemeinen Justiz und 24 in der militärischen Strafjustiz. Der Kommandant der VII. Division (General Peña González) sagt, es wären von der Guerilla mit Hilfe einiger NGO’s gestellte Fälle”, versicherte bei dieser Gelegenheit Montoya Uribe.

Einer der Widersprüche zwischen der mehr als reichlichen Dokumentation außergerichtlicher Exekutionen, die von den NGO’s zu dem Zeitraum gesammelt wurde, als General Oscar Peña González Kommandant der IV. Brigade war, und seinen erfolgreichen Operationen, ist, dass er im Jahre 2006 als effektivste Militäreinheit und mit den besten Ergebnissen in den letzten fünf Jahren ausgezeichnet wurde. Außerdem ist es eine der Garnisonen, die diejenigen hofiert, die in die Kommandozentralen der Armee oder der bewaffneten Kräfte aufsteigen wollen, so wie auch die Generäle Mario Montoya und natürlich General Oscar Peña González.

Presseagentur IPC
Medellín, Kolumbien
www.ipc.org.co/


 


 
     
     
     
     
     
 
 
     
     
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