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Solidarität
International e.V. Helfen
wir beim Aufbau eines Institutes für Arbeiter-
und Volksbildung in Kolumbien
Die Regionalgruppe Bochum von
Solidarität International e.V. hat sich vorgenommen,
den Aufbau eines Institutes für Arbeiter- und Volksbildung
in Kolumbien zu unterstützen. Nachfolgender
Artikel wurde im Info unserer Organisation veröffentlicht.
Wir möchten ihn ihnen zur Verfügung stellen
zu ihrer Information.
Solidarität International ist eine Solidaritäts-
und Hilfsorganisation. Wir sehen Solidarität nicht
als eine Einbahnstrasse, sondern es ist notwendig, eine
gegenseitige Unterstützung zu organisieren. Sicher
hat das jeweils andere Formen, aber wir lehnen Bevormundung
und Abhängigkeit ab und setzen auf den gegenseitigen
Erfahrungsaustausch, Voneinanderlernen und gegenseitiger
internationaler Unterstützung. Kolumbien
– ein Land der Gegensätze
Kolumbien, in Südamerika zwischen Anden und Karibik
gelegen, ist ca. 2,5 mal so groß wie Deutschland
bei ungefähr der halben Bevölkerungszahl (45
Mio. Einwohner). Landschaftlich sehr abwechslungsreich,
reicht das Land vom pazifischen Ozean und karibischem
Meer bis zum Amazonastiefland. Das Land wird auch durch
die Anden-Kordilleren in drei Ketten (bis zu 5755 Meter
hoch) auf geteilt. Die Hauptstadt Bogotá hat
ca. 8 Mio. Einwohner. Die Amtssprache ist spansich,
jedoch gibt es genauso viele verschiedene Sprachen wie
es unterschiedliche Bevölkerungsschichten gibt.
Kolumbien ist ein Land, das reich an Bodenschätzen
ist:
- Es hat große Wasservorräte
- eine Förderung von 1,5 Mio. Barrel Öl am
Tag und 7.000 km Öl- und Gaspipelines
- 48 Mio. Tonnen Kohleförderung im Jahr und eine
der größten Minen der Welt im Tagebau
- die Hauptexportprodukte sind Kaffee, Baumwolle, Blumen
und Bananen
Dieser Reichtum befindet sich in den Händen weniger
und hat sich mit dem neoliberalen Wirtschaftsmodell
noch vermehrt. Vor 10 Jahren gehörten 1,5 % der
Bevölkerung 45 % des Landes, heute besitzen weniger
als 1 % der Bevölkerung 53 % des bewirtschafteten
Landes. Die großen multinationalen Konzerne haben
die Kontrolle über die strategisch wichtigsten
Sektoren der Wirtschaft. Wie
leben die Menschen in Kolumbien?
80 % der Landbevölkerung leben in Armut. 60 % der
arbeitenden Bevölkerung haben keine festen Arbeitsverhältnisse.
Die Arbeitslosigkeit beträgt 14,3 % (Stand 2001),
es besteht eine Schulpflicht, jedoch gehen ca. 2 Mio.
Kinder nicht zur Schule, da sie ihren Eltern bei der
Arbeit helfen müssen oder der Weg bis zur nächsten
Schule zu weit ist.
Mehr als 70 % der Straftaten, die im Land verübt
werden, bleiben unaufgeklärt. Die Schulden des
Landes haben sich in den letzten 5 Jahren verdreifacht.
Um diese Ungerechtigkeit aufrecht zu erhalten, wird,
unterstützt durch die ökonomische, technische
und militärische Hilfe der USA und einiger Länder
der EU, Krieg in Kolumbien geführt – unter
dem Deckmantel der Drogenbekämpfung. In diesem
Zusammenhang praktiziert die Uribe-Regierung eine drastische
Beschneidung der Grundfreiheiten und Rechte der Bevölkerung.
Aber es gibt auch berechtigte und zum Teil heftige Kämpfe
dagegen. Arbeiter/innen haben sich gewerkschaftlich
organisiert, um für ihre Rechte zu kämpfen
und das breite Wahlbündnis „Demokratischer
Alternativer Pol“ (PDA) hat seine Stimmen bei
der letzten Präsidentschaftswahl 2006 auf 2,6 Mio.
vervierfacht.
In vielen Stadtteilen haben sich „Madres Communitarias“
(Mütter des Volkes) zusammengeschlossen, die das
Leben der Kinder in den Stadtteilen Bogotás organisieren
und um die politischen Rechte der Armen kämpfen.
Anfrage aus Kolumbien
Im letzten Jahr wandte sich Zulma Rojas an die Bundes-vertretung
von SI, als sie als Vertreterin der MODEP (Movimiento
por la defensa des los derechos del pueblo – Bewegung
für die Verteidigung der Rechte des Volkes) beim
frauenpolitischen Ratschlag in Düssel-dorf war.
Die MODEP ist eine Dachorganisation der Arbeiter-, Studenten-
und Schülerorganisationen und ein politisches Bündnis,
das hauptsächlich in den großen Städten
Kolumbiens aktiv ist.
Zulma stellte SI das Projekt „Institut zur Arbeiter-
und Volksbildung“ vor: In zwei Jahren soll der
Aufbau des Instituts erreicht sein, zunächst mit
einem Modellprojekt in dem Arbeiterstadtteil Ciudad
Bolivar von Bogotá, später auch in anderen
Stadtteilen und Städten. Es sollen Grundlagen vermittelt
werden wie Lesen, Schreiben, Mathematik, Naturwissenschaften,
aber auch die Grundlagen, um seine Rechte zu kennen
und selbstbewusst für ein besseres Leben zu kämpfen.
SI hat zugesagt, zur Unterstützung dieses Projektes
15.000 EUR Spenden bis Ende des Jahres zu sammeln.
SI Bochum und Gelsenkirchen
arbeiten an dieser Aufgabe zusammen
Die SI-Regionalgruppe Bochung hatte die Unterstützung
dieses Bildungsinstitutes beschlossen und andere in
der Umgebung gefragt, ob sie daran zusammenarbeiten
wollen. Eine gute Idee - mit der Bündelung unserer
Kräfte an der gemeinsamen Aufgabe können wir
mehr erreichen, der Erfahrungsaustausch regt alle zu
neuen Ideen an, bei 2-monatlichen gemeinsamen Treffen
der SI-Gruppen aus einer Region lernen wir uns besser
kennen und nicht zuletzt können wir so manche Sachen
gleich für beide Gruppen machen (z.B. Pressemitteilungen,
Mitgliederinfos, Infotafeln erstellen usw.), so dass
mehr Zeit für's Wesentliche bleibt – das
Spenden sammeln.
Unsere Pläne und
Ziele
Wir wollen bis Pfingsten die ersten 1000,- EUR sammeln.
Um die Arbeit zu starten, haben wir uns folgende Aufgaben
vorgenommen:
- Wir machen ein Infoblatt mit Spendenaufruf und Spendenkonto,
das alle SI-Mitglieder bundesweit zur Spendensammlung
einsetzen können.
- Wir informieren ganz SI mit diesem Artikel über
diese neue Aufgabe.
- Wir machen Veranstaltun-gen, z.B. am 16.3.07 von SI
Bochum in der VHS Bochum im Rahmen der Frauentage....
(?) 
Am 8. März nehmen wir in Bochum und Gelsenkirchen
mit Infoständen an den Aktionen zum Internationalen
Frauentag teil. Und am Frauenpowerfest in Gelsenkirchen
am 10. März.
Wir brauchen Ideen und neue Wege, um das hohe Spendenziel
zu erreichen: am Arbeitsplatz, bei Stadtteilfesten,
in Zusammenarbeit mit anderen Initiativen, in allen
gesellschaftlichen Bereichen, Spendensammlung in Arztpraxen,
bei Rechtsanwälten, Kinder und Jugendliche für
diese Aufgabe gewinnen, ....
Ab sofort können Spenden auf das SI-Konto unter
Angabe des Stichwortes „Kolumbien“ überwiesen
werden.
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